Historie

Seit 1949 gibt es den Verein bereits, der mitgeholfen hat, die damals noch Staatliche Ingenieurschule Esslingen nach dem 2. Weltkrieg wieder mit aufzubauen (hier geht's zum Protokoll der ersten Jahresversammlung*). Mehrere Millionen an Geld- und Sachspenden wurden seitdem gesammelt und sind der Hochschule zur Förderung von Forschung und Lehre zugeflossen. 

Damals hieß der Verein „Verein der Freunde der Staatlichen Ingenieurschule Esslingen“. Hier ein Auszug aus dem anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Staatliche Ingenieurschule Esslingen erschienenen Jubiläumsband: 

*Redaktionell gekürzt

Die ersten 20 Jahre


Redaktionsgemeinschaft, 100 Jahre Staatliche Ingenieurschule Esslingen 1868-1968, Werbeagentur Hermann Bruder KG, Schmiden bei Stuttgart, Bechtle-Druck Esslingen, Seite 72

Entwicklung des Vereins der Freunde der Staatlichen Ingenieurschule Esslingen

Dr. E. h. Max Knorr

Absolvent 1922, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Fortuna-Werke AG, Stuttgart-Bad Cannstatt

Nach der Freigabe der Ingenieurschule in Esslingen durch die Besatzungsmacht und die UNRRA stand die Schule praktisch vor dem Nichts. Der größte Teil des Laboratoriums Einrichtungen mit Maschinen und Geräten war abhandengekommen, das Archiv vernichtet, Mittel für den Wiederaufbau nicht vorhanden und vom württembergischen Staat auch vorerst nicht zu erwarten.

In dieser Notlage bat der von der württembergischen Industrie hochgeschätzte und mit den Studierenden eng verbundene Direktor der Schule, Prof. Georg Tafel, Mitte des Jahres 1949 einige Freunde der Ausbildungsstätte zu sich, um ihnen seine Sorgen vorzutragen und um Unterstützung durch die heimische Industrie zu bitten. Diese Aussprache, an der u. a. Dr.-Ing. Burkhardt (WMF), Fabrikant Möhrlin (Heizungsanlagen), Dr.-Ing. E. h. Knorr (Fortuna-Werke) und Direktor Späth (Robert Bosch AG) teilnahmen, führte schon im Herbst 1949 zur Gründung des Vereins der Freunde durch 21 württembergische Industriefirmen. Dank der persönlichen Werbung der Chefs der Gründungsfirmen zählte der Verein schon nach Jahresfrist 160 Industriefirmen als Mitglieder; für die damaligen Verhältnisse war das ein bemerkenswerter Erfolg, der allerdings nicht ohne Mühen zustande gekommen war.

Die an der Schule bestehenden Vereinigungen und Korporationen, tatkräftig unterstützt von der Direktion und den Dozenten, warben im Kreis der ehemaligen und der aktiven Studierenden so erfolgreich, dass der Verein im Herbst 1950 bereits 200 Einzelmitglieder hatte. Die weitere Entwicklung der Firmen- und Einzelmitgliederzahlen zeigt, Bild 1.

Vorstand und Mitglieder des Vereins waren sich von Anfang an darüber einig, dass alle eingehenden Geld- und Sachspenden vorerst nur für Lehre und Forschung verwendet werden durften. Das erste Ziel der Arbeit des Vereins war demnach, nach seinen Kräften vor allem zum raschen Ausbau der Laboratoriums Einrichtungen beizutragen, um den Ausbildungsstand der Studierenden wieder möglichst rasch dem immer stürmischer werdenden Fortschritt in Wissenschaft und Technik anzugleichen. Jährlich einmal wurden die Wünsche der verschiedenen Abteilungen der Ingenieurschule im Kreise des Vorstandes eingehend besprochen und auf ihre Dringlichkeit und Realisierbarkeit geprüft. In vielen Fällen konnten Wünsche dadurch befriedigt werden, dass Mitglieder des Vereins bei den in Frage kommenden Herstellerfirmen um Sachspenden baten, erfreulicherweise immer mit Erfolg. Reiche Gaben flossen dem Verein im Laufe der Zeit durch Sonderspenden solcher Firmen zu, die ein Jubiläum begehen konnten oder deren leitende Männer ein beachtenswertes Arbeitsjubiläum feierten.

In den letzten Jahren wurde die Ausschüttung von Zuwendungen an die Schule bewusst etwas zurückgehalten, um einen Fonds anzulegen, der dem Verein erlaubt, zum 100jährigen Jubiläum der SIS Esslingen eine moderne Rechenanlage zu stiften. Ein entsprechender Aufruf im Winter 1967/68 führte zu einer Sonderspende, die DM 172 000.-erbracht hat und diese bedeutende und für die Ausbildung junger Ingenieure wichtige Stiftung ermöglicht.

Das erste Ziel, die Schule entsprechend den wachsenden Anforderungen tatkräftig zu unterstützen, darf heute als erreicht angesehen werden. Eine weitere Aufgabe sah der Verein darin, die Direktion der Schule in ihren Bestrebungen zu unterstützen, Unterrichtsräume und Laboratorien modern auszubauen und zu erweitern. Von Mitte 1950 ab wurde die beharrliche, langwierige und zum Schluss erfolgreiche Arbeit zur Schaffung eines Bauprogramms durch den damaligen Direktor, Prof. Dr. Ing. Meerwarth, bei Ministerien und Ämtern weitestgehend unterstützt. Wir glauben, dass der Verein auch diese Aufgabe gut gelöst hat.

Zur Information über seine Arbeit gibt der Verein seit 1952 einen gedruckten Jahresbericht heraus. Er unterstützt durch die Bereitstellung von Praktikantenplätzen für den akademischen Austauschdienst den AStA der Schule und hat sich 1965 entschlossen, nun auch Mittel für wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen der Ingenieurschule zur Verfügung zu stellen, was ihm vertretbar erschien, nachdem das oben erwähnte erste Ziel zum großen Teil erreicht werden konnte. So können in begrenztem Umfang in Zukunft auch Exkursionen, Schulorchester, Segelfliegergruppe, Studentenwerk und Fragen der Bildungsreform gefördert werden.

Hauptaufgabe ist und bleibt jedoch die Förderung von Lehre und Forschung; diese Aufgabe wird angesichts der Dynamik des technischen Fortschritts und der daraus resultierenden Aufgabe, die Ausbildungsbedingungen für Ingenieure ständig zu verbessern, den Verein der Freunde der Ingenieurschule auch in Zukunft zur Hilfe bereitfinden.
 

(Bericht wurde redaktionell gekürzt)